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10. Februar 2010
Pro
Köln beantragt Ratssondersitzung zum Rheinufertunnel
Einer der traurigen
Höhepunkte der äußerst chaotisch verlaufenen letzten Ratssitzung war das
Possenspiel um das wohl wichtigste verkehrspolitische Projekt der nächsten Jahre
in Köln, den Rheinufertunnel. Im Zuge des Ausbaus der Nord-Süd-Bahn bis in den
Stadtbezirk Rodenkirchen muss die Stadtbahn in Zukunft bekanntlich auch die
stark befahrene vierspurige Schnellstraße am Rheinufer queren. Bei einer
Kreuzungs- bzw. Ampellösung ist das Verkehrschaos mit ständigen Staus
vorprogrammiert. Trotz dieser Umstände konnten sich die Altparteien aber nicht
auf ein gemeinsames Vorgehen und eine gemeinsame Strategie gegenüber dem
Landesverkehrsministers einigen und bezichtigten sich in der Ratssitzung
vielmehr gegenseitig öffentlich der Lüge. OB Roters setzte dem Ganzen die
Krone auf und zog unter fadenscheinigen Ausreden kurzfristig die komplette
Verwaltungsvorlage zu dieser brennenden kommunalpolitischen Frage zurück, obwohl
die Uhr hinsichtlich finanzieller Fördermittel des Landes tickt.
Da in dieser
Angelegenheit also kein Tag mehr verschenkt werden kann und die nächste reguläre
Ratssitzung erst Ende März angesetzt ist, hat die Fraktion pro Köln beantragt,
umgehend eine Ratssondersitzung einzuberufen, in der die gesamte Thematik
zeitnah und ausführlich erörtert werden kann. Hierzu wurde heute folgender
Antrag beim Oberbürgermeister eingereicht:
Sehr
geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Fraktion
pro Köln verlangt hiermit die unverzügliche Einberufung des Rates der Stadt
Köln gemäß § 47 Absatz 1 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen.
Gegenstand der Beratung soll der nachfolgende Antrag der Fraktion pro Köln „Kein
Dauerstau auf der Rheinuferstraße“ sein. Wir erbitten eine Mitteilung über den
von Ihnen festgesetzten Termin bis Freitag, den 19.02.2010.
Der Rat der Stadt Köln möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, eine
Tunnellösung für den zukünftigen Verkehrsknotenpunkt Stadtbahn/Rheinuferstraße
an der Kölner Südbrücke zu erarbeiten. Der Oberbürgermeister wird beauftragt,
mit dem Land Nordrhein-Westfalen Einvernehmlichkeit darüber herzustellen, dass
eine Tunnellösung realisiert werden kann.
Zur Begründung wird angeführt:
Die so genannte Nord-Süd-Stadtbahn, die
vom Kölner Dom/Hbf bis in den Stadtbezirk Rodenkirchen unterirdisch geführt
wird, muss bei der Querung über die vierspurige Schnellstraße am Rheinufer so
gestaltet werden, dass es zu keinem Verkehrsinfarkt auf der Rheinuferstraße
kommt. Denkbar wären, eine Verlängerung des U-Bahntunnels sowie ein Autotunnel
unterhalb des Gleiskörpers. Es ist bedauerlich und erschreckend und kommt einem
Schildbürgerstreich gleich, dass dieser verkehrspolitische Brennpunkt bisher bei
den Planungen unberücksichtigt blieb. Ein neu entstandenes Zeitfenster durch die
Verzögerung bei dem Bau der U-Bahn ermöglicht es der Kölner Kommunalpolitik nun,
hier durch eine mutige und konsequente Entscheidung korrigierend einzugreifen.
Aus Sicht der Fraktion pro Köln darf diese Gelegenheit nicht ungenutzt bleiben.
Wir fordern von allen politischen
Parteien im Stadtrat gemeinsam mit uns, hier für eine gute Lösung zum Wohle des
Kölner Bürgers zu arbeiten. Wir halten es für selbstverständlich, dass in dieser
Angelegenheit der Kölner Oberbürgermeister bei seinem Bemühen, die
erforderlichen Geldmittel bei der Landesregierung zu akquirieren, vom gesamten
Stadtrat unterstützt wird. Mit großem Schrecken musste die Fraktion pro Köln
miterleben, dass dieses Thema in mehreren Ratssitzungen ausgiebig diskutiert und
auch zerredet wurde. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass hier einige
Ratspolitiker aus parteitaktischen Gründen (Landtagswahl im Mai 2010) das Wohl
des Kölner Bürgers aus dem Auge verloren haben. Das gegenseitige Ausspielen
zwischen Ministerpräsident (CDU) und Oberbürgermeister (SPD/Grüne), hat der
Stadt Köln schweren Schaden zugefügt. Damit muss jetzt Schluss sein. Wir
fordern, dass der Stadtrat hier gemeinsam mit dem Oberbürgermeister die
notwendige Finanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen sicherstellt.
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