|
5. Februar 2010
|
Bürgermeister Wolf
(FDP) verlor in der letzten Ratssitzung völlig die Contenance und erwirkte
bei seiner Bürgermeisterkollegin Scho-Antwerpes (SPD) mit einem völlig frei
erfundenen Vorwurf einen Ordnungsruf gegen den pro-Köln-Stadtrat Jörg
Uckermann. |
 |
Juristisches Nachspiel für Bürgermeister Wolf
Die wie üblich recht chaotisch verlaufene
Kölner Ratssitzung am Dienstag wird womöglich noch ein juristisches Nachspiel
für den FDP-Bürgermeister Wolf haben. Wolf, für den im Zuge des gescheiterten
Stadtkämmerer-Klüngel-Deals mit den Grünen eigens der völlig überflüssige Posten
eines 4. Bürgermeisters geschaffen wurde, wusste sich am Dienstag nicht mehr
anders gegen die pointierten Wortbeiträge des pro-Köln-Stadtrates Jörg Uckermann
zu helfen als mit einer dreisten Verleumdung: Nachdem Jörg Uckermann mit
einem Zwischenruf besagten Möchtegern-Stadtkämmerer Jörg Frank von den Grünen
eine Debattenunterdrückung in der Frage des Rheinufertunnels vorgeworfen hatte,
meldete sich der FDP-Bürgermeister Wolf zu Wort und behauptete dreist, Jörg
Uckermann habe den Grünen-Politiker Frank als „Nazi“ beschimpft. Seine gerade
sitzungsleitende Bürgermeisterkollegin Scho-Antwerpes (SPD), die selbst nichts
von diesem angeblichen „Nazi“-Ruf mitbekommen hatte, erteilte Uckermann
daraufhin einen Ordnungsruf, obwohl Uckermann und die komplette
pro-Köln-Fraktion sofort heftig protestierten und Scho-Antwerpes umgehend auf
die dreiste Lüge ihres Bürgermeisterkollegen hinwies. Doch Scho-Antwerpes ließ
jeglichen Anschein einer objektiven Sitzungsleitung fallen und verbat auch dem
vehement protestierenden pro-Köln-Fraktionsgeschäftsführer Markus Wiener das
Wort, verbunden mit der Drohung gegenüber Uckermann, daß er bei der nächsten –
angeblichen - Entgleisung sofort des Saales verwiesen würde.
Hierzu erklärt die
pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Rechtsanwältin Judith Wolter:
„Es
ist schon abenteuerlich, was sich seit der neuen Legislaturperiode im Kölner Rat
abspielt. Die Altparteien verlieren regelrecht die Contenance, weil die neue
pro-Köln-Fraktion sich umfangreich an fast allen Debatten beteiligt, die mit
Abstand meisten Anträge stellt und sich rechtswidrige Diskriminierungen –
scheinen sie auch noch so unbedeutend – nicht mehr gefallen lässt. So laufen
derzeit gleich mehrere Verwaltungsgerichtsverfahren zwischen dem
Oberbürgermeister und der Fraktion pro Köln.
Dabei scheint den etablierten
Kommunalpolitikern auch der neue pro-Köln-Stadtrat Jörg Uckermann sehr sauer
aufzustoßen. Vielleicht kommt das ja daher, daß Uckermann als langjähriger
CDU-Ortvorsitzender und stv. Bezirksbürgermeister von Ehrenfeld in den Augen der
Altparteien quasi als ‚Verräter’ gilt, weil er der Stimme seines Gewissens
folgte und zur einzig wirklich wertkonservativen Gruppierung in der Domstadt
wechselte. Oder weil Uckermann als guter Rhetoriker sein großes
kommunalpolitisches Fachwissens publikumswirksam in den städtischen Gremien
anbringen kann.
Auf jeden Fall wird auf Uckermann derzeit
eine regelrechte Hetzjagd veranstaltet. Parteiübergreifend scheint es ein
Arrangement zu geben, Jörg Uckermann möglichst in allen Sitzungen und in allen
städtischen Gremien mit erfundenen Vorwürfen zu überziehen und –wenn irgendwie
möglich – aus jeder Sitzung auszuschließen. Daß man jetzt aber sogar im Rat so
weit geht, Vorwürfe völlig frei zu erfinden und die Sitzungsleitung dabei noch
mitspielt, gibt mir schon zu denken. Wie dreist und gleichzeitig dumm muß man
sein, so etwas zu tun?
Denn schließlich sitzt Jörg Uckermann nicht
allein im Rat, sondern hat vier pro-Köln-Ratskollegen, die als Zeugen zur
Verfügung stehen. Außerdem werden die Äußerungen der Ratsmitglieder, auch alle
Zwischenrufe etc., auf Tonband aufgenommen. Diese Tonbandaufzeichnung kann also
präzise darüber Auskunft geben, ob das böse Wort vom ‚Nazi’ gefallen ist oder
eben nicht.
Und da Jörg Uckermann den Grünen-Politiker
Frank eben nicht als ‚Nazi’ bezeichnet hat, handelt es sich bei der Aussage des
FDP-Bürgermeisters Wolf entweder um ein Mißverständnis in der Hitze des
Gefechtes oder um eine dreiste Verleumdung, und bei dem darauf basierenden
Ordnungsruf von Scho-Antwerpes um einen nicht gerechtfertigten Ordnungsruf.
Bürgermeister Wolf kann sich jetzt
entscheiden, ob er halbwegs sein Gesicht wahren will und ein Mißverständnis
zugibt, oder ob er seine Behauptung weiter aufrecht halten will und dafür die
zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen für ihn in Kauf nimmt.
So oder so: Dieser Skandal muß aufgeklärt
werden, denn die Fraktion pro Köln wird ihre Mitglieder sicher nicht
widerspruchslos zum Ziel von Verleumdungskampagnen machen lassen!“
|