Der pro-Köln-Effekt: Jetzt fordert auch
Roters den KVB-Vorstand Reinarz zum Rücktritt auf!
Gestern war es ein Jahr her, dass am
Waidmarkt das historische Stadtarchiv und mit ihm sämtliches Vertrauen in
den überforderten und inkompetenten KVB-Vorstand in sich zusammenstürzten.
Dies hat nun auch Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) erkannt und hat die
von der Fraktion pro Köln seit dem Archiveinsturz vertretene Forderung nach
personellen Konsequenzen des Unglücks im Vorstand der KVB übernommen.
KVB-Technikvorstand Walter Reinarz (CDU) müsse von seinem Amt zurücktreten
und damit die moralischen Konsequenzen aus dem Unglück ziehen, äußerte
Roters gestern sinngemäß am Rande der zentralen Gedenkveranstaltung für die
beiden Todesopfer des Archiveinsturzes. Bisher war der ehemalige
Zugbegleiter aus Kalk nicht bereit, persönliche Konsequenzen aus seinem
offenkundigen Versagen zu ziehen und glaubte die Sache mit dem Abtritt von
Alt-OB Fritz Schramma (CDU) erledigt.
Am gestrigen Nachmittag kam dann der
KVB-Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen und beschloss einstimmig,
den Vertrag mit Reinarz aufzulösen. Allerdings fällt der ehemalige
CDU-Vorsitzende sehr weich. Sein Gehalt von 200 000€ wird bis zum
eigentlichen Ende des Vertrages 2013 weiter gezahlt und danach erhält er
dann sofort ein "Ruhestandsgehalt" von 100 000€ jährlich, sein Leben lang.
Bei solchen Aussichten könnte Herr Reinarz eigentlich getrost die Füße
hochlegen und auf seine Ablösung warten. Nach knallharten Konsequenzen
klingt dies nämlich immer noch nicht, zumal Reinarz bisher zu keiner Zeit
den Eindruck machte, sich irgendeiner persönlichen Verfehlung bewusst zu
sein.
Zu
dem geplanten goldenen Handschlag für Reinarz erklärt
pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Judith Wolter:
„Es ist schön zu sehen, dass
Oberbürgermeister Roters nun scheinbar in Sachen KVB und dem U-Bahnpfusch
langsam Vernunft annimmt und ich freue mich, dass er unsere Forderung nach
einem Rücktritt von Herrn Reinarz nun auch endlich unterstützt. Eines muss
allerdings klar sein: es geht hier nicht darum, dem gescheiterten
KVB-Technikvorstand die Schmach über sein persönliches Versagen zu versüßen.
Wenn er die KVB verlässt, und dass muss er, da gibt es gar keinen Zweifel,
dann selbstverständlich unter Wegfall sämtlicher Bezüge. Schließlich hat er
nicht nur dem Ansehen Kölns geschadet, sondern auch der KVB großen
finanziellen Schaden zugefügt. In welcher Hinsicht er strafrechtlich belangt
werden kann, das müssen andere Instanzen klären. Herr Reinarz wäre
allerdings gut beraten, unabgefunden das Feld zu räumen.
Weitere personelle Konsequenzen müssen
dann selbstverständlich noch folgen. Denn Klüngel und Korruption beherrschen
bei der Besetzung von KVB-Vorstand und –Aufsichtsrat das Bild. Eine
wirkliche Kontrolle findet schon längst nicht mehr statt und es regiert die
Inkompetenz. Das muss sich schnellstmöglich ändern und meine Fraktion steht
Herrn Roters natürlich gerne zur Seite, wenn es darum geht, die politische
Kontrolle über den U-Bahn-Bau zurück zu gewinnen und die KVB personell
wieder handlungsfähig zu machen.“